Im folgenden werden Fachbegriffe der Sportrasenpflege erklärt. Sollten ein Ihnen unbekannter Fachbegriff hier nicht aufgeführt sein, können Sie uns auch direkt mailen.


Fachbegriffe:
Abschleppen
Aerifizieren
Besanden
Nachsaat
Tiefenlockerung
Vertikutieren
Walzen
Pferdeweiden
Umkehrfräse


Abschleppen
Abschleppen als ständige Pflegemaßnahme fördert die Ebenflächigkeit. Bei der Rasenregeneration ist das Abschleppen meist der letzte Arbeitsgang. Hierbei werden Aerifizierstopfen zerrieben. Weiterhin dient das Abschleppen dem Verteilen von Sand. Durch das Abschleppen kann die Platzoberfläche aufgeraut werden. Weiterhin werden Regenwurmhaufen zerrieben. Für die verschiedenen Pflegemaßnahmen stehen unterschiedliche Ausführungen von Schleppen zur Verfügung. Dies sind die leichte Gliedernetzschleppe, die Mehrzwecksportrasenschleppe und der schwerer Planierrost.


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Aerifizieren
Unter Aerifizieren versteht man das Löchern der Rasenfläche. Die verwendeten Geräte sind mit Hohlstacheln ausgerüstet. Durch das Eigengewicht des Gerätes dringen die Hohlstacheln in den Boden ein. Die ausgestochenen Erdstopfen werden ausgeworfen und können nach dem Abtrocknen mit einem Schleppnetz zerrieben werden. Entscheidend für die Qualität der Arbeit ist die Lochdichte, die bei einer Überfahrt zu erzielen ist. Sie sollte bei mindestens 200 bis 250, besser bei 400 bis 500, Löchern pro m² liegen, da das Befahren der Flächen den Rasen belastet. Insbesondere ist dies bei feuchter Witterung der Fall. Die Eindringtiefe der Hohlstacheln sollte bei mindestens fünf Zentimetern liegen. Das Schlitzen ist oft eine sinnvolle Ergänzung des Aerifizierens. Ein Sonderfall des Aerifizierens ist die Bearbeitung der Tragschicht mit der Vertisol-Fräse.
Andere Begriffe: Belüften, Stopseln

Fachgerechtes Aerifizieren...

Das Ausstechen von Rasenfilz beugt Filz Anreicherung vor und fördert über die Aktivierung der biologischen Aktivität des Bodens den Abbau der Filzschicht. Besanden verstärkt diesen Effekt.


Besanden
Die Bodenbeschaffenheit und die Nutzungsintensität der Rasenfläche bestimmen die Anzahl der notwendigen Besandungen. Sand macht den Boden durchlässiger, ebener, trockener und fördert zudem den Filzabbau. Der Oberboden wird abgemagert. Auch können mithilfe des Sandes kleiner Unebenheiten ausgeglichen werden. Für größere Vertiefungen sollte statt Sand ein Tragschichtgemisch verwendet werden. Für den Erfolg der Besandung ist die verwendete Sandart von großer Bedeutung. Nur humus- und kalkfreie, verwitterungs- und verschleißfeste Sande verwenden. Sandllieferanten besitzen für ihr Material immer Prüfzeugnisse. Gewaschene Quarzsande erfüllen die Anforderungen. Es sollten Körnungen von 0 bis 2 mm Verwendung finden., für schwere Böden auch bis 3 mm. Lavasande besitzen weitere günstige Eigenschaften. Aufgrund ihrer porösen Kornstruktur können sie Wasser speichern, ohne die Durchlässigkeit zu beeinträchtigen. Die raue Oberfläche erhöht die Scherfestigkeit sehr stark. Der Nachteil ist, dass es bei kurzfristigem Einsatz manchmal Probleme bei der Nutzung der Rasenfläche gibt, da der Sand sehr scharf ist und die Spieler bei Bodenkontakt of hässliche Wunden bekommen.


Nachsaat
Das Ziel der Nachsaat ist die Verbesserung des Pflanzenbestandes. Eingewanderte unerwünschte Gräser und Kräuter reduzieren die Belastbarkeit der Narbe und schränken den Spielbetrieb ein. Folge ist, dass weiter Fremdarten einwandern, sich Flächen ohne Bewuchs bilden und die Spielfläche uneben wird. Wichtig bei der Nachssat ist das Öffnen der Bodenoberfläche, um das Saatgut in Kontakt mit dem Boden zu bringen. Ziel ist das rasche Schließen der Narbe und die baldige Wiederbenutzung. Vor der Nachsaat ist der Rasen auf 1 bis 2 cm zu schneiden und der Boden erdfeucht zu halten. Nach der Nachsaat den Boden andauernd feucht halten, die Bodenoberfläche darf auf keinen Fall austrocknen. Die beste Möglichkeit für eine erfolgreiche Nachsaat ist das Perforationsverfahren oder die Verwendung eines Vertiseeders, der jedoch in Streifen sät. Beim Perforations Verfahren werden ca. 500 Loch/m², ca. 2 cm tief in den Boden gestoßen, das Saatgut in die Löcher abgelegt und mit etwas Material abgedeckt. In diesem Loch kann die Pflanze schnell und prächtig gedeihen. Rein rechnerisch ergeben sich für einen Platz mit 7000 qm die neu Etablierung von 3,5 Millionen neuen Pflanzen.  Ein phosphorbetonter Starterdünger beschleunigt die Jugendentwicklung. Stickstoff-Folgedüngungen fördern die Bestockung und den Narbenschluss. Äußerst wichtig ist es, nur erstklassiges Saatgut zu verwenden.


Tiefenlockerung
Die Rasennarbe wird durch den Spielbetrieb, das Betreten und durch Befahren verdichtet. Der Grad der Verdichtung hängt von der Nutzungsart, der Bodenart, der Witterung bei Spielbetrieb und der Nutzungsintensität ab. Durch die Verdichtung kommt es zu einer Abnahme von Porenvolumen und -größe, Gasaustausch, Durchwurzelung, Wasserdurchlässigkeit und biologischer Aktivität. Das Tiefenlockern beseitigt diese negativen Auswirkungen und schafft Raum für Wasser, Luft und Wurzeln. Folgend sind die einzelnen Möglichkeiten zur Tiefenlockerung aufgelistet. Die einzelnen Verfahren sind in der Reihenfolge ihres Preises geordnet.

Das Vertidrain Gerät lockert den Boden nach dem Gabeleffekt bis ca 30 cm Tiefe.

Mit dem Twose Gerät kann man den Boden durch hydraulisch angetriebene oszilllierende Bodenmeißel lockern. Die dabei entstehenden Schlitze wachsen schnell wieder zu. Die zu erreichende Tiefe liegt bei 17 cm.

Bei besonders hartnäckigen Verdichtungen im Untergrund setzten wir eine Pressluft HochdrucklanzeTurbo Terra Air ein. Hierbei wird durch ein Schlagwerk eine Lanze bis zu 70 cm in den Boden getrieben und dann ruckartig Pressluft mit sieben bis acht bar Druck über die Spitze der Lanze in den Boden injiziert. Dabei wird der Boden im Untergrund aufgebrochen, wie bei einer kleinen Sprengung. Das Gerät hat sich zur dauerhaften Beseitigung von Staunässe bewährt. Besonders Verdichtungen, die durch unsachgemäßes Befahren schon in der Bauphase verursacht wurden, können so nachhaltig beseitigt werden.

Vertikutieren
Unter Vertikutieren versteht man das mechanische Beseitigen von zu starken Filzauflagen durch senkrecht schneidende Werkzeuge. Eine hohe Arbeitsqualität kann nur mit einem engen Messerabstand (ca. 20 mm) erreicht werden. Die Eindring Tiefe der Messer sollte bei 3 mm liegen. Der Vertikutierer sollte möglichst breit ( ab 1,8 m ) sein . Das fördert die Ebenflächigkeit. Das herausgearbeitete Material sollte möglichst im selben Arbeitsgang aufgenommen werden, um die Zahl der - für die Rasenfläche belastenden - Überfahrten gering zu halten. Günstige Zeiten für das Vertikutieren sind der Vegetationsbeginn, verbunden mit einer ausgewogenen Frühjahrsdüngung ab Ende April , und der frühe Herbst. Sind stärkere Filzauflagen vorhanden, die durch Vertikutieren nicht mehr in den Griff zu bekommen sind, so muss möglichst jährlich aerifiziert werden. Rasenfilz bildet sich besonders auf sandreichen Tragschichten, die einen geringe biologische Aktivität aufweisen. Auch nicht umgesetztes Rasenschnittgut, das auf der Fläche verbleibt (bei zu seltenem Mähen, etc.) kann zur Verfilzung der Narbe beitragen. Nach den Vertikutieren ist der Boden wieder in der Lage in ausreichendem Maß Luft, Nährstoffe und Feuchtigkeit aufzunehmen.


Walzen
Das Walzen stellt nur in Ausnahmefällen eine sinnvolle Maßnahme dar. Vor Neuansaaten zur Saatbettvorbereitung, nach Neusansaaten zum Andrücken des Saatgutes, zum Andrücken von Rasensoden und von hochgefrorenen Grasnarben. Auf keinen Fall soll Walzen verwendet werden, um Erhöhungen und Vertiefungen, also Unebenheiten, zu beseitigen. Auch niemals bei Frost oder Nässe walzen. Nie eine schwere Walze verwenden: Maximalgewicht 120 kg/m Walzenbreite.


Pferdeweiden
Das selektive Freßverhalten und der sehr tiefe Verbiß der Pferde verbunden mit einem Überbesatz der Weiden, führen zwangsläufig zu Narbenproblemen mit hoher Überkrautung und großen Anteilen unproduktiver Gräser. Weiden müssen immmer ausgemäht werden, am besten verbunden mit einem Absammeln der "Pferdeäpfel". Wenn dies nicht möglich ist, und auch ein alternierender Wechsel der Nutzungsform zwischen Mähnutzung und Weidenutzung ausscheidet, kommt eine regelmäßige Nachsaat für hochbelastete und ausgewinterte Weiden im Frühjahr in Frage. Für die Nachsaat eignet sich am besten eine Maschine für die umbruchlose Direkteinsaat. Die Aufwandmenge des benötigten Saatgutes bewegt sich je nach Bodenart und Mischungsanteil der verwendeten Grasarten um die 50 kg/ha, wobei auch auf eine ausgewogene Ergänzungdüngung nicht verzichtet werden sollte.


Umkehrfräse
Ein sich entgegen der Fahrtrichtung drehender Rotor, bestückt mit Fräsmessern, reißt den Boden auf, wirft ihn gegen Gitterstäbe, so dass grobe Bestandteile wie Grasvasen und Steine im Fräsgut unten zu liegen kommen und mit der Erde, die durch ein Gitter fliegt, abgedeckt wird. Dadurch entsteht ein feines und sofort einsaatfähiges Saatbett. Dieses Verfahren wird gerne bei der Neuanlage von Hausgärten, der Erneuerung von Fairways und der Neuansaat von Rasensportplätzen angewandt. Es eignet sich auch gut zur Einmischung von Zuschlag Stoffen zur Bodenverbesserung. Der Nachteil liegt im hohen Kraftaufwand und in der recht langsamen Arbeitsgeschwindigkeit.