Die Grundpflege von Rasensportflächen



Grundpflegemaßnahmen sind mehrmals im Jahr in regelmäßigen Abständen nötig.



Die Auswirkungen starker Belastungen, wie schwacher Gasaustausch, wenig Luft im Boden, schwaches Wurzelwachstum, führen zu Rasenschäden. Damit diese Situation erst gar nicht eintritt muss rechtzeitig mit der der Pflege durch geeignete Maßnahmen begonnen werden. Die Grundpflege wird während der Vegetationsperiode durchgeführt und ist die Basis für die Entwicklung eines bespielbaren Rasens.




Grundpflege

Mähen

Schnitthöhe
35-45 mm
nicht tiefer!

Beregnung

Intervalle
10-15 l/qm

Nährstoffversorgung

Düngung
23-28 g Rein-N/qm




Mähen:


Beim Mähen des Rasens ist die Schnittverträglichkeit der Arten zu beachten. Das Schneiden unterhalb oder oberhalb dieser Grenzen kann zu Problemen führen. Wichtig ist, dass Mähen regelmäßig und nicht nur sporadisch durchgeführt wird. Durch Mähen werden Gräser zur Bildung einer dichten Narbe angeregt. Somit zählt der Rasenschnitt zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen überhaupt. Auf Sportplätzen kommen die Arten Lolium perenne und Poa pratensis am häufigsten vor. Ihre optimale Schnitthöhe liegt bei 35-45 mm. Der Aufwuchs 60 mm.  Bei Unterschreitung dieser Schnitthöhe, werden diese Arten in ihrer Entwicklung deutlich geschwächt. Es wird dadurch sogar das unerwünschte Schadgras Poa annua, das tiefschnittverträglich ist, gefördert. Die Schnitthöhe ist abhängig von der Artenzusammensetzung, der Rasenfunktion, der Nutzungsintensität, den spieltechnischen Anforderungen und den Witterungseinflüssen. Generell sollte der Schnittzeitpunkt am Wachstum der Gräser ausgerichtet werden. Es darf beim Schnitt maximal die halbe Aufwuchshöhe entfernt werden. Besser ist die Beachtung der "Drittelregel". Sie sagt aus, dass nur ein Drittel des Aufwuchses entfernt wird. Dadurch wird eine hohe Narbendichte und ein optimaler Rasenaspekt erreicht. Dies bedeutet, dass ein Rasen bei 6 cm Aufwuchshöhe auf 4 cm geschnitten wird. Leider wird in den letzten Jahren von den Trainern vom Pflegepersonal eine immer tiefere Schnitthöhe verlangt.
Dadurch kann der Rasen nicht mehr im erforderlichen Maß regenerieren. Die Plätze sich schnell lückig und auch im Frühjahr ist eine schnelle Regeneration ohne teure Maßnahmen wie Nachsaat etc. nicht möglich. Die Erfahrung zeigt, dass Fußballrasen unter 4 cm Schnitthöhe drastisch an Stabilität und Regenerationskraft verliert. Das Wurzelwachstum ist deutlich reduziert.



Übersicht Mähen

Rasentyp

Schnittzahl
März-November

Schnitthöhe
in mm

Aufwuchshöhe
in mm

Fußballrasen

25-45

35-45

60-90

Hockeyrasen

30-50

20-30

40-60

Golfgrün

150-220

3-6

4-8





Beregnung:


Wasser wird zur Erhaltung und Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit der Rasengräser benötigt. Vor allem auf DIN-Norm-gebauten Sportplätzen ist eine Zusatzbewässerung während der Vegetationsperiode unumgänglich. Der Wasserverbrauch hängt vom Standort, Bodenaufbau und vom Rasentyp ab. Der durchschnittliche tägliche Wasserbedarf liegt bei 2,5 l/qm und schwankt je nach Grasart, Temperatur und Verdunstung zwischen 1 und mehr als 5 l/qm. Den geringsten Wasserbedarf haben die Festuca-Arten, die in trockenheitsverträglichen Rasenmischungen eingesetzt werden. Poa pratensis und Lolium perenne haben einen mittleren Wasserbedarf. Den höchsten Wasserbedarf hat Poa supina. Zum Beregnungszeitpunkt gibt es keine generellen Aussagen. Er ist unter anderem abhängig von der Niederschlagsmenge. Bleiben Fußabdrücke über längeren Zeitpunkt im Rasen sichtbar, sollte mit der Beregnung begonnen werden. Als spätester Termin gilt die Rasenwelke. Bester Termin für die Beregnung sind die frühen Morgenstunden. Bei der Beregnung sollte der gesamte Wurzelhorizont durchfeuchtet, aber nicht mit Wasser übersättigt werden. Die Beregnungsmenge liegt bei ungefähr 15-20 l/qm. Häufigere kleine Beregnungsgaben verringern die Durchwurzelungstiefe und fördern flachwurzelnde Arten, wie Poa annua. Aus diesen Gründen ist davon abzuraten. Hierraus ergeben sich Beregnungsintervalle von 3-14 Tagen



Nährstoffversorgung:


Das Kernelement bei der Rasendüngung ist sicherlich der Stickstoff. Der N-Bedarf ist maßgeblich abhängig von der Grasart. Der Jahresbedarf von Lolium perenne und Poa pratensis liegt bei etwas 25-30 g Rein-N/qm. Auch die Benutzungsintensität spielt eine Rolle bei der Stickstoffversorgung. Bei geringen Belastungen (bis 15 Std./Woche) genügen 15 g N/qm im Jahr. Bei mittlerer Belastung (15-20 Std./Woche) liegt der Bedarf bei 20 g N/qm im Jahr. Auch wenn N die größte Bedeutung bei der Rasenentwicklung hat, sind die anderen Nährelemente nicht außer Acht zu lassen und bei der Düngung zu berücksichtigen. Das Nährstoffverhältnis des Düngers sollte N : P2O5 : K2o : MgO 1 : 0,3 : 0,8 : 0,2 betragen. Untersuchungen zeigen auf, dass belastete Rasen, wie z.B. Sportrasen, ohne Düngung nicht zu halten sind. Die benötigte Nährstoffmenge ist auf mehrere Gaben aufzuteilen. Es sollte im Jahr 4-5 mal gedüngt werden. Der Zeitpunkt, die Höhe und die Anzahl der Düngungen richtet sich vorrangig nach Art, Nutzung und Ansprüche an die Qualität des Rasens. Weiterhin sollte auch der biologische Wachstumsrythmus der Gräser berücksichtigt werden. Die erste Düngung sollte im Frühjahr erfolgen. Hierbei wird der natürliche Wachstumsschub der Gräser genutzt. Je nach verwendetem Dünger (Langzeit oder schnelllöslich) sollte im Sommer ein- bis zweimal gedüngt werden. Dies führt dazu, dass die Gräser optimal in die neue Saison gehen. Ab Oktober kann dann die Spätherbstdüngung erfolgen, die erst ausgebracht wird, wenn die Bodentemperatur dauerhaft unter 10°C gesunken ist. Hiermit kommt der Rasen besser über den Winter und hat im Frühjahr mehr Kraftreserven. Abschließend lässt sich sagen, dass eine angemessene Nährstoffversorgung die wichtigste Vorraussetzung für einen strapazierfähigen Rasen ist. Bei der Ausbringung ist es wichtig, dass der Dünger nur mit einem geeigneten Düngerstreuern verteilt wird. Der Dünger sollte möglichst nur auf abgetrocknetem Rasen ausgebracht werden. Ein rechtzeitiges Nachdüngen verhindert einen Wachstumsstillstand.

Stand 5/2010. Rasendoktor